02.03.2021

IGS Newsletter 03/2021

Projekt Kataster CH – bedürfnisorientierte, günstige und unabhängige AV-Applikation

Die Idee

Mit der Einführung des neuen Modelles DM.flex für die amtliche Vermessung kam bei IGS-Mitgliedern die Idee auf, eine neue Applikation auf einem Opensource GIS zu entwickeln.

Sie wandten sich mit ihrem Anliegen an den IGS-Vorstand. Dieser hat hat eine Arbeitsgruppe bestehend aus Christoph Wyss (Leiter der Arbeitsgruppe, Wyss und Früh AG), Stephan Tschudi (bbp geomatik AG) sowie Stefan Ziegler (Kantonsgeometer Solothurn) beauftragt abzuklären, ob dies realistisch ist und mit welchen Kosten zu rechnen ist.

Die Arbeitsgruppe hat die Vorarbeiten lanciert und Entscheid- sowie Konzeptgrundlagen erarbeitet.

 

Die Applikation

Folgende Anforderungen an Applikation wurden festgelegt:

  • Die Applikation muss alle notwendigen Funktionen haben, damit effizient gearbeitet werden kann
  • richtiger Ablauf Mutationsverwaltung (Historisierung)
  • Kontrollen bereits während den Eingaben / Konstruktionen (Flächenverschnitt)
  • Korrekter Umgang mit Kreisbogen
  • Import und Export von Interlis 2 (und Interlis 1)
  • Import und Ausgabe in wichtigste Formate (dxf, Shape, …)
  • Gute Plot- / Druckerfunktionen

Das Erstellen einer Applikation auf einem Opensource GIS ist möglich. Nach der Erstellung ist vor allem der Unterhalt günstig, da keine Lizenzgebühren für das GIS-System anfallen.

Weitere Abklärungen ergaben, dass nur QGIS in Frage kommt. Die Argumente sind:

  • In vielen Büros und Verwaltungen in der Schweiz ist QGIS bereits stark verankert
  • Es gibt bereits viele starke Anwendungen wie QGEP, QWAT und VeriSO
  • Es unterstützt bereits zahlreicher Datenbanken und GIS-Formate
  • Mit dem bestehenden QGIS Model Baker können bereits beliebige Interlis-Modelle eingelesen werden
  • Es gibt starke, engagierte User in der Schweiz und weltweit
  • QGIS wird ständig weiterentwickelt und die User können über Usergruppen Einfluss nehmen
  • Entspricht den gängigen GIS-Standards

Mit dem Programmieren einer AV-Applikation auf QGIS werden die Schweizer Geometerinnen und Geometer unabhängig und haben die Möglichkeit, neue Bedürfnisse schneller programmieren und Fehler schneller korrigieren zu lassen.

Das Programm soll alle heute bekannten Funktionen der aktuellen AV-Programme zur Verfügung stellen. Auf die Programmierung eines Netzausgleiches wird verzichtet, da Swisstopo das Programm LTop als Opensource zur Verfügung stellt.

Die Kosten für die Programmierung werden auf 2 Millionen Franken und die jährlichen Nachführung und Unterhalt der Applikation auf 400'000 Franken geschätzt.

Je mehr Büros mitmachen, desto günstiger werden die Kosten pro Unternehmung. Die IGS hat einen Businessplan erstellt.

 
 

 

Informationsveranstaltungen und «Letter of Intent»

Damit die IGS-Mitglieder sich ein Bild über das Projekt machen können, wird die IGS im Zusammenhang mit den Fragesrunden zu den Statuten auch über das Projekt «Kataster CH» informieren. Die Büros haben damit die Entscheidgrundlagen, um ihr verbindliches Interesse am Projekt mit der Unterzeichnung eines «Letters of Intent» kund zu tun.

Die Fragerunden sind für (siehe auch Newletter 2/2021 -> wichtigste IGS-Traktanden, erster Aufzählungspunkt):

  • Französisch Sprechende: : 18. und 23. März 2021, 16.30 – 18.00 Uhr
  • Deutsch Sprechende: 10. März und 17. März 2021, 17.15 – 18.45 Uhr

⇒ Link: Registrierung Fragerunde (Stauten GEOSUISSE, Statuten IGS und IGS-Projekte Kataster.CH sowie Smart Cadastre)